Valencia, 27. Juni – 04. Juli 2026
Sechs Turniertage, hochsommerliche Temperaturen und 57 Mannschaften aus aller Welt – die Volleyballer der Dresdner Bogenschützen stellten sich bei den Gay Games 2026 einer echten Mammutaufgabe. Am Ende stand ein herausragender vierter Platz im C-Level und ein Turnier, das allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Dresdner Mannschaft setzte sich aus erfahrenen Spielern und jungen Nachwuchstalenten zusammen. Unterstützung erhielt das Team von Jacky aus Wien sowie Olaf aus Halle und Bernd vom Beachteam. Diese Mischung aus Routine, Spielfreude und Teamgeist sollte sich im Laufe der Woche als großer Vorteil erweisen.
Bereits die Rahmenbedingungen verlangten den Aktiven alles ab. Unter nahezu subtropischen Temperaturen wurden die Sporthallen schnell zur Dampfsauna. Gespielt wurde an sechs aufeinanderfolgenden Tagen – ein kräftezehrendes Programm, das wohl niemand in diesem Umfang erwartet hatte. Auch organisatorische Herausforderungen meisterte das Team souverän: Als in der Halle Anzeigetafeln fehlten, sorgten die Dresdner kurzerhand mit einer App für einen professionellen Spielbetrieb.
In der Vorrunde warteten gleich starke Gegner. Nach einer Auftaktniederlage gegen Padua aus Italien kämpfte sich das Team mit drei hart erarbeiteten Unentschieden gegen die Chicago Poppies (USA), Karel Nattes Fluit aus Nijmegen und BlockQueers aus Paris zurück ins Turnier. Platz drei in der Gruppe bedeutete gleichzeitig Rang 33 unter allen 57 Mannschaften des C-Levels und die Qualifikation für die Eliminationsrunde im Doppel-K.-o.-System.
Dort zeigten die Dresdner ihr wahres Gesicht. Der Auftakt gelang eindrucksvoll: Zoete Lieve Gerritje aus den Niederlanden wurde mit zweimal 25:9 klar bezwungen. Es folgte eine unglückliche Niederlage gegen die Bonner Hupfdohlen (23:25, 24:26), wodurch fortan jedes weitere Spiel zum Endspiel wurde.
Die Antwort der Dresdner ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Gegen Team Hi Gay aus London bewiesen sie starke Nerven und entschieden den entscheidenden Satz mit 28:26 für sich. Danach nahm das Team richtig Fahrt auf. Die Volleybabes aus Kanada wurden ebenso bezwungen wie 2EZ Part 2 aus Hamburg in einem umkämpften Match mit 25:23. Für eine der größten Überraschungen des Turniers sorgte schließlich der Sieg gegen die favorisierten Naarm Spikers aus Melbourne, die mit 25:22 bezwungen wurden.
Im anschließenden Wiedersehen mit den Bonner Hupfdohlen gelang schließlich die Revanche. Mit einem 25:23-Erfolg revanchierten sich die Dresdner für die knappe Niederlage aus der vorherigen Runde und zogen sensationell ins Halbfinale ein. Damit gehörten sie zu den vier besten Mannschaften ihres Levels.
Am Freitag wartete mit den Brisbane Sun die letzte Hürde auf dem Weg ins Finale. Obwohl die Dresdner stark begannen, fanden die technisch versierten und äußerst beweglichen Gegner – deren Team überwiegend aus Spielern aus Macau bestand – immer besser ins Spiel und verhinderten den Einzug ins Endspiel.
Auch ohne Medaille überwiegt am Ende der Stolz. Die Mannschaft überzeugte mit großem Zusammenhalt, kämpferischer Einstellung und einer beeindruckenden Moral. Besonders erfreulich verlief der erste große internationale Auftritt der Nachwuchsspieler Tommy, Uwe und Ash, die sich nahtlos ins Team einfügten und wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Sie dürften auch in den kommenden Jahren wichtige Stützen der Dresdner Mannschaft sein.
Der Turniersieg im C-Level ging schließlich an die Chicago Poppies – ausgerechnet einen Vorrundengegner der Dresdner. Im Finale setzte sich das Team gegen die kultige Alt-Herren-Mannschaft These Nuts mit 25:21 und 25:17 durch.
Auch wenn der Sprung aufs Podium knapp verpasst wurde, können die Dresdner Bogenschützen auf eine außergewöhnliche Turnierwoche zurückblicken. Sechs Tage Volleyball auf hohem Niveau, große Hitze, internationale Begegnungen und eine starke Teamleistung machten die Gay Games 2026 in Valencia zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Text: Eike H.